Since 09/2025 6 Episoden

Qualität, Kultur Verantwortungseigentum

Elias Saalmann | dyve

20.01.2026 38 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Podcast-Folge begrüßt Host Thomas Schindler (delodi) den Softwareentwickler und dyve-Geschäftsleiter Elias Saalmann zu einem tiefgreifenden Gespräch über moderne Unternehmenskultur und technologische Exzellenz. Die Geschichte der dyve GmbH, die Elias hier nachzeichnet, ist eng mit dem Wunsch nach Beständigkeit verknüpft: Gegründet wurde das Unternehmen Anfang 2014 von Hendrik Kleinwächter als bewusste Antwort auf die oft flüchtigen und engen Strukturen der Startup-Welt. Das Ziel war es, einen sicheren Hafen und eine stabile Gemeinschaft für Entwickler zu schaffen, die fernab von kurzfristigen Hypes nachhaltig arbeiten wollen.

Ein zentrales Merkmal dieser Gemeinschaft ist ihre radikale Remote-Kultur. Schon lange bevor flexibles Arbeiten zum Standard wurde, verzichtete dyve konsequent auf ein festes Büro. Das Team, das heute rund zehn erfahrene Spezialisten umfasst, arbeitet über ganz Deutschland verteilt. Diese Freiheit bei Arbeitsort und -zeit ist jedoch kein Selbstzweck; sie setzt ein außergewöhnlich hohes Maß an Eigenverantwortung voraus, das den Kern der Zusammenarbeit bildet.

Inhaltlich versteht sich dyve als eine Art „Feuerwehr“ für komplexe Software-Projekte. Das Team springt immer dann ein, wenn „High-Class“-Entwicklung gefragt ist – oft in Situationen, in denen Projekte in Schieflage geraten sind oder durch den Ausfall von Schlüsselpersonen kritische Lücken entstanden sind. Während die Wurzeln des Unternehmens tief in der „Ruby on Rails“-Welt liegen, agiert dyve heute technologisch agnostisch. Ob Java, Kotlin, React oder Flutter – entscheidend ist nicht ein spezifisches Framework, sondern die Senior-Expertise, mit der das Team individuelle Lösungen für Web und App realisiert.

Besonders hervorzuheben ist das strukturelle Fundament, auf dem dyve steht: das Modell des Verantwortungseigentums. Elias Saalmann erläutert die zwei tragenden Pfeiler dieses Prinzips, die das Unternehmen vor klassischer Profitmaximierung schützen. Zum einen sorgt die Selbstbestimmung dafür, dass die Stimmrechte stets bei denjenigen verbleiben, die aktiv im Unternehmen arbeiten – wer geht, gibt seine Anteile ab. Zum anderen garantiert die Vermögensbindung, dass Gewinne im Unternehmen bleiben und dem eigentlichen Zweck dienen, anstatt privat entnommen oder durch den Verkauf von Anteilen kapitalisiert zu werden.

Diese Philosophie der Unabhängigkeit spiegelt sich auch in der internen Transparenz wider. Bei dyve sind Geschäftszahlen und Gehälter für alle Teammitglieder offen einsehbar. Ein System für jährliche Sonderzahlungen sorgt zudem dafür, dass der wirtschaftliche Erfolg der GmbH direkt an die Mitarbeiter zurückfließt. Elias Saalmann beschreibt dieses besondere Gefüge als eine „Programmier-Kollage“: Ein Zusammenschluss von Individualisten mit höchstem Qualitätsanspruch, die gemeinsam komplexe digitale Herausforderungen meistern.